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Beim beliebtesten Berliner Radiosender gibt es allmorgendlich etwas
zu gewinnen. Wer angerufen wird und sich sofort meldet mit “Ich
höre 101Punkt5 und jetzt her mit dem Zaster!“ kann 50.000
Euro gewinnen. Doch ein rücksichtslos operierender Mann dringt
in die Sendezentrale ein und ändert die Parole. Diese lautet
nun: “Ich höre 101Punkt5 und jetzt lass eine Geisel frei!“
Wenn dieser Satz nicht zu hören ist, stirbt eine Geisel.
Sebastian Fitzek (“Die Therapie“) hatte für seinen neuen Thriller
eine wirklich originelle Grundidee, die förmlich nach einer
Verfilmung schreit. Das aus einschlägigen Hollywood-Filmen
bekannte Personal, inklusive Macho-Polizeiführer sowie zwischen
Pensionierung und Selbstmord hadernder Kriminalpsychologin mit
Geiseltochter, passt Fitzek ebenso frech wie erstaunlich problemlos
den deutschen Gegebenheiten an.
In Sachen Spannungsaufbau hingegen verfehlt Fitzek - nach einem furiosen
Auftakt - dann doch noch (knapp) das angestrebte Weltniveau. Anstatt
seine perfide Telefonterror-Idee erst einmal zünftig zu melken,
lässt er so manche Katze viel zu früh aus dem Sack und
schon der Klappentext des Buches informiert über die Motive
des Geiselnehmers. Dies ist zwar etwas schade, doch “Amokspiel“
macht auch Hoffnung. Das Buch zeigt immerhin, dass der deutschen
Wirklichkeit (oder zumindest einer pfiffigen literarischen Version
davon) durchaus ein spannender Thriller abgetrotzt werden kann.
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