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Desirée
ist seit ihrer Geburt 1949 schwerbehindert. Ein wacher Geist, gefangen in
einem unbeweglichen Körper. Ihre Mutter gibt sie sofort in ein Heim. Weg
mit diesem Klumpen Fleisch, das nicht dem erwarteten Wunschkind entspricht.
Mutterliebe ist nur ein Mythos aus Kitsch-Romanen. Der Arzt Hubertsson gibt
Desirée ihr Leben zurück. Mit Hilfe eines Mundstücks an einem Text-
Computer kann sie mit der Umwelt kommunizieren und entpuppt sich als eine
Art weiblicher Stephen Hawking.
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Über
Hubertsson erfährt Dessirée von ihren drei "Schwestern", die ihre
Mutter als Pflegekinder angenommen hat. Desirée beginnt den
"Schwestern", die ihr das Leben mit der Mutter
"gestohlen" haben, Briefe zu schreiben und sie dann auch "persönlich"
zu besuchen. Denn Desirée hat die Fähigkeiten einer April-Hexe. Daher kann
sie sich mental in Tiere versetzen und sich ohne ihren Körper fortbewegen.
Mit den stilistischen Mitteln eines Thrillers bzw. eines Horror-Romans
gelingt der Autorin Majgull Axelsson eine furiose Fahrt durch die Untiefen
der schwedischen Gesellschaft.
Da Axellson ist eine einfühlsame Autorin ist, ergeht sich der
"Horror" nie in den Plattheiten des Genres. Vielmehr öffnet sie
uns die Augen für den Horror des Alltags, für die Einflüsse durch unsere
Eltern und durch unser Umfeld. Desirées bohrende Fragen lassen sich durch
keine Lebenslüge der Schwestern mehr beschönigen. Ganz genau betrachtet
hatte auch eine Pippi Langstrumpf nie eine liebende Mutter, die für sie da
war. Die heile Welt existiert nicht einmal in Schweden. Desirée stirbt,
aber sie existiert weiter. Hubertsson wartet bis sie wieder aus dem
Schatten treten wird. Desirée ist zur Liebe geworden. Und Liebe kennt
keinen Tod.
G.
N.
Dieses
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