Wie der
Erfolg des Remix-Albums “Love“
belegt, sind die Beatles auch fast vier Jahrzehnte nach ihrer Trennung
immer noch eine feste Größe im Popgeschäft. Ihr Werk
ist so vielfältig, dass sich Rainer Bratfisch schon einschränken
muss, damit die Neuauflage seines 2002 erstmals erschienenen “Beatles
Lexikon“ nicht aus allen Nähten platzt. Er bezieht sich
bei seinen über 1700 Stichworten daher hauptsächlich auf
die aktive Beatles-Zeit von 1962 bis 1970.
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Sehr spannend ist
auch der Fototeil, schon dadurch, dass er sich auf ein einziges
Ereignis konzentriert und dieses umfassend dokumentiert. Im Rahmen
der “Bravo-Beatles-Blitztournee“ kamen die Pilzköpfe
am 22.6.1966 auch nach München. Der Fotograf Rainer Schwanke
fuhr einfach zum Flughafen Riem: “Ohne Kontrollen gelangte
ich zum Flugfeld und – einer Gruppe von Menschen folgend –
zur Gangway. Die Maschine landete und nach kurzer Zeit kamen die
Beatles (…) gutgelaunt die Treppe herunter.“ Dies Ereignis
und die nachfolgende Pressekonferenz im Bayrischen Hof sowie das
Konzert im Circus Krone hat Schwanke in alles andere als perfekten
aber gerade dadurch sehr lebendigen Fotos festgehalten. Vierzig
Jahre später entsteht beim Durchblättern der Fotostrecke
fast der Eindruck dabei gewesen zu sein.
Ansonsten hat Bratfisch neben zahlreichen Biografien, Locations,
Instrumenten und Autos auch sämtliche Songs der Beatles gelistet
und hierzu Aufnahmedatum, Anekdoten und eine (keinen Anspruch auf
Vollständigkeit stellende) teilweise sehr überraschende
Auflistung von Coverversionen (z. B. “I am the Walrus“
von Ton Steine Scherben, “Yellow Submarine“ von Maurice
Chevalier) zusammengetragen, leider ohne Hinweis auf die jeweiligen
Veröffentlichungen. Spannend ist natürlich auch was der
1946 in Thüringen geborene Autor zum Thema “Beatles-Rezeption
in der DDR“ zu sagen hat. Faszinierend auch der Eintrag zu
Elvis Presley, der diesen als Vorbild und Fan der Beatles (er sang
u. a. Coverversionen von “Yesterday“ und “Get
Back“) darstellt, aber auch aufführt, dass Elvis am 21.12.1970
zu Präsident Nixon sagte “Diese Beatles sind sehr unamerikanisch,
außerdem nehmen sie Drogen.“ Last not least möchte
ich anmerken, dass das Buch Appetit auf die Musik der Fab Four macht
und ich, während des Verfassens dieser Zeilen, natürlich
(seit langer Zeit wieder einmal) die Beatles höre.
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