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Normalerweise werden Reiseführer ja eher von Leuten geschrieben,
die beim Verfassen selbst gerade auf der Durchreise waren und Tipps geben
wie in kürzester Zeit so viel Sehenswürdigkeiten wie möglich abgegrast
werden können. Der Berlin-Besucher landet dann dank dieser Bücher
zielsicher am Checkpoint Charley, am verkuppelten Reichstag und abends
vielleicht in der Nepp-Gastronomie am Kudamm.
Doch diese Büchlein im Breitwandformat weist Wege zu ganz anderen
und sehr viel faszinierenderen Lokalitäten. Etwa zu seltsamen
Relief-Rückständen stalinistischer Architektur oder zum Stoffe-Mekka von
Oleg Ilyapour, der “mit langen Bart und markanter Kopfbekleidung“ vor
seinem mehr als gut sortierten Laden hockt und “jeden fünften
vorbeineilenden Kiezbewohner grüßt“.
Neben den eingestreuten kurzen und pointierten Essays,
etwa über Ess- und Grillgewohnheiten des Berliners (“Eisbein hat
dann die richtige Größe, wenn einem hinterher ein bisschen schlecht
ist.“), sind es vor allem die mit zielsicheren Blick für skurille
Details ausgewählten Fotos mit ihrem oft auffallend wolkenlosen
Prachthimmel. Insgesamt also ein Buch mit hohem Gebrauchs- und
Unterhaltungswert dem ein ähnliches Werk über "Stuttgart!"
folgte.
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