In seinem
1988 erschienenen Buch "Racial Hygiene: Medicine under the Nazis"
zeigte Robert N. Proctor, ein amerikanischer Professor für Wissenschaftsgeschichte,
auf, wie viele Ärzte während des Dritten Reiches freiwillig mit den
Nazis zusammenarbeiteten um die perversesten Experimente an unfreiwilligen
menschlichen Versuchspersonen durchführen zu können. Proctor sieht
dieses Buch als Vorrede zu seinem neusten Werk an.
Wenn
er sich nicht zuvor so ausgiebig mit den medizinischen Verbrechen
der Nazis auseinander gesetzt hätte, könnte er sich jetzt nicht
so neutral wie möglich mit der Gesundheitsreformen im Dritten Reich
beschäftigen, die wir seiner Meinung nach heute als fortschrittlich
und sozial verantwortlich betrachten könnten.
Anhand
von Dokumenten (das Buch enthält knapp 100 Seiten mit Literaturverweisen
und Fußnoten) und gut ausgewählten Illustrationen wird belegt, dass
während des Dritten Reiches ein sehr aufwendiger Kampf in Publikationen
wie "Deutsches Gold" und "Reine Luft" gegen
Alkohol- und Nikotinkonsum geführt wurde. Ferner machte der gelegentlich
rückfällige Vegetarier Adolf Hitler den Kampf gegen Krebs zur Chefsache.
Was der Leser nun mit den zahlreichen aufgeführten Fakten anfangen
soll, wird allerdings nicht so recht deutlich. Etwas unbeholfen
(und zu simpel) ist da die immer wieder einfließende Anmerkung Proctors,
dass ja dadurch dass die Nazis so viel Gutes taten, auch so viel
Menschen auf sie hereinfielen.
Dieses
BUCH bei AMAZON bestellen, hier anklicken
|