Wer zunächst
mit Begeisterung J. R. R. Tolkiens Meisterwerk
"Der Herr der Ringe"verschlang und sich dann an die Vorgeschichte "The Hobbit"
machte, erlebte hierzulande eine ziemliche Enttäuschung. In der Reihe
"dtv-junior" lag unter dem Titel "Der kleine Hobbit"
eine ebenso entsetzlich übersetzte wie bebilderte Ausgabe vor, die
vermuten ließ Tolkien hätte zwischen diesen beiden Büchern schier
unglaubliche Fortschritte als Schriftsteller gemacht.
Dass dem nicht so
ist, belegt jetzt die bei "Klett-Cotta" erschienene Neuübersetzung
des Buches. Der Held ist jetzt nicht mehr "klein" (das sind ja
schließlich auch alle seine Artgenossen) sondern ganz schlicht "Der
Hobbit". In dieser von Wolfgang Krege vorgenommenen Neuübersetzung
machen die Abenteuer von Bilbo Beutlin genauso viel Spaß wie die Erlebnisse
seines Lieblingsneffen Frodo.
Eigentlich wurde der Hobbit Bilbo vom Zauberer Gandalf ja nur aus Gründen des
Aberglaubens mit auf ein Abenteuer genommen. Denn ein Zauberer und zwölf
Zwerge ergeben insgesamt dreizehn Reisegenossen und verheißen somit Unglück.
Doch Bilbo bringt seinen Reisegefährten Glück und sich in den Besitz eines
Ringes, der später dann das ganze Geschick von Mittelerde entscheidet. Ohne
diesen "Hobbit" hätte es also niemals den "Herrn der
Ringe" gegeben.