Das in
diesem Roman beschriebene Berlin des Jahres 1933 erinnert durchaus
ein wenig an die heutige Hauptstadt. Auch damals zog dort eine neue
Regierung ein und nahm gewaltige Veränderungen vor. Das Buch spielt
an einem einzigen Tag, dem 30. März. Der erfolgreiche Regisseur Fritz
Lang ("Metropolis", "M") wird ins Propagandaministerium
bestellt. Joseph Goebbels will Lang zum obersten Filmschaffenden des
Landes machen, obwohl er dessen letzten "Mabuse"-Film gerade
verboten hat.
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Langs
Einwand, dass er jüdische Vorfahren habe, wischt Goebbels lässig
beiseite, indem er erwidert, dass er selbst entscheide wer Jude
ist. All dies macht dem gefeierten Regisseur Angst. Unschlüssig
und unwohl rennt er durch das einst geliebte Berlin. Er sucht noch
einmal seine Ehefrau Thea von Harbou auf, die mittlerweile eine
glühende Hitler-Anhängerin geworden ist, bevor er schließlich über
München nach Paris reist und nicht mehr nach Nazi-Deutschland zurückkehrt.
Der jungen französischen Filmredakteurin Agnès Michaux gelingt es
in diesem sich weitestgehend an Fakten (sehr interessant sind die
zwischen den Kapiteln eingefügten Zensurgenehmigungen für Langs
Filme) orientierenden Büchlein sehr gut die Gefühle eines Menschen
zu vermitteln, dem seine Heimat fremd geworden ist und der dennoch
verzweifelt versucht noch etwas Gutes in ihr zu sehen.
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