Georg
Seeßlens Buch über Martin Scorsese war fast genauso lange angekündigt
wie dessen letzter Film "Gangs
of New York".
In beiden Fällen hat sich das Warten gelohnt, denn das Ergebnis langer
Vorarbeiten sind wahrhaft gehaltvolle und epische Werke, die den Betrachter
bzw. Leser noch sehr, sehr lange beschäftigen werden.
Wer in Seeßlens
Buch nun allerdings Infos über die mühsame Entstehungsgeschichte von
"Gangs of New York" sucht, wird nicht fündig werden, denn der Autor
ist sehr viel stärker an der Interpretation der Filme Scorseses als an Klatsch
und Tratsch interessiert. Ansonsten ist jedoch ein umfassenderes Buch über
einen einzelnen Filmemacher kaum denkbar.
Seeßlen widmet sich nicht nur den Hauptwerken wie "Taxi Driver" oder
"Casino" sondern beschäftigt sich auch ausführlich mit kleineren
Arbeiten wie der Episode "Mirror, Mirror" aus der TV-Serie "Amazing
Stories" oder Scorseses Dokumentarreihe über das US-Kino. Das
i-Tüpfelchen des Buches ist dann das mehr als umfassende Register und die
exquisit ausgewählte Bebilderung.