Frank
Millers “Der Dunkle Ritter kehrt zurück“
ist unbestritten ein Meilenstein der Comicgeschichte und die Hauptinspirationsquelle
für Tim Burtons ersten “Batman“-Film.
Jim Lees detailverliebten und dynamischen Zeichnungen, mit denen er
Jeph Loebs manchmal etwas arg konstruierte Batman-Geschichte “Hush“
bebilderte, sorgten für einen der größten Comic-Bestseller
der letzten Jahre. Wenn Miller und Lee bei “Batman & Robin – The
Boy Wonder“ ihr beträchtliches Kreativpotential bündeln
ist die Erwartung natürlich gewaltig.
Dies
schlägt sich schon darin nieder, dass die Ausgabe der Startnummer
mit dem Batman-Cover am Erscheinungstag auf dem Comic
Con in San Diego mit bis zu 7 Dollar gehandelt wurde, während
das alternative Titelbild mit Robin zum Coverpreis von 2,99 Dollar
erhältlich war. Bei werden Prestigebände mit immer gleich
zwei US-Heften veröffentlicht und zum Start erscheint eine
Variant-Ausgabe mit Robin auf dem Cover.
In
seiner Geschichte leugnet Miller die heutige Realität des DC-Universums
(oder reist ganz weit in der Zeit zurück). Die Reporterin Vicki
Vale spielt wieder eine große Rolle im Leben von Bruce Wayne
und wir werden Zeuge wie Dick Graysons Eltern ermordet werden. Diesmal
stürzen die Trapezartisten allerdings nicht aus der Zirkuskuppel
sondern werden ganz schlicht erschossen. Bruce Wayne hatte jedoch
schon vor diesem tragischen Mord ein Auge auf den talentierten jungen
Artisten geworfen und nimmt sich am Ende des ersten Heftes des jungen
Dick an.
Nach
“Hush“ ist es nicht mehr so prickelnd Jim Lees Batman-Visualisierung,
bei der er wieder mit dem Inker Scott
Williams
und dem Koloristen Alex Sinclair
zusammenarbeitete,
zu betrachten und nach “Der Dunkle Ritter kehrt zurück“ ist
es etwas enttäuschend, wenn Frank Miller wenig mehr als eine
geringfügig modifizierte Robin-Origin mit einem leicht unberechenbaren
Batman erzählt. Es bleibt zu hoffen, dass der weitere Verlauf
der Serie zumindest die jetzt doch arg gebremsten Erwartungen erfüllen
kann.
Der
zweite Band, der die US-Hefte 3 und 4 enthält, bietet inhaltlich
eher wenig. Am Anfang gibt es eine ausgiebige Kneipenschlägerei
mit “Black Canary“, dann einige Witzchen über Superman und
zum Schluss bekommt Batman noch Krach mit Alfred. Optisch ist der
Comic aber ein echter Leckerbissen, denn er enthält ein über
sechs Seiten gehendes ausklappbares Panorama-Poster der Bathöhle,
dass recht treffend Robins Erstaunen visualisiert als er erstmals
Batmans Geheimquartier betritt. Die Rückseite des Posters zieren
die äußerst gelungenen “All Star Batman“-Alternativcover
von Frank Miller! Bereits 17 Monate später folgte dann die
Fortsetzung!

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