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Wie kommt ein deutscher Comiczeichner an die Ente? Hierzu Jan Gulbransson:
“Angefangen hat das 1981. Ich war zuvor in einem Zeichentrickstudio
angestellt und habe mich dann selbstständig gemacht. Da rief
ein Kumpel an, der auf dem Weg zur Kinderbuchmesse in Bologna
war und bei mir übernachten wollte. Er schlug, dass ich mitfahren
sollte. Der holländische Disney-Verleger Oberon hatte dort
einen Stand und ich habe einen Redakteur, der gar nicht für
die Disney Produkte zuständig war, eine Comicserie gezeigt,
an der ich damals gerade arbeitete. Ihm gefiel meine Arbeit zwar,
aber er meinte, dass ich mich als Disney-Zeichner mich gar nicht
bewerben bräuchte, weil die in Holland genug eigene Leute
haben. Ich habe es trotzdem probiert und bin nach Amsterdam gefahren.
Dort hatten sie doch Interesse an meiner Comicserie und mich gefragt,
ob ich auch Donald zeichnen könne.
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Jan Gulbransson Comics mit den Ducks sind von wenigen Ausnahmen abgesehen
fast ausschließlich in Holland erschienen. Doch zum Glück schafft
jetzt der vierte Band der Ehapa-Reihe “Hall of Fame“ Abhilfe.
Nach dem US-Amerikaner Don
Rosa, dem Chilenen Vicar und dem Italiener Romano
Scarpa wird jetzt Jan Gulbransson als erster deutscher Disney-Zeichner
gewürdigt. Von den neun im Band enthaltenen Geschichten sind drei
bisher noch nie erschienen. Zu einer Geschichte fehlte sogar der
Text, den zu seiner großen Freude der Übersetzter Peter Daibenzeiher
beisteuern durfte. Das Buch entstand in enger Zusammenarbeit mit
Gulbransson, der zu jedem Comic nicht nur eine launige Einleitung
schrieb, sondern auch noch einige sehr schön lockere Skizzen beisteuerte.
Der Verlag kam auch dem Wunsch des Zeichners nach, der auf dem
Umschlag seinem Namen lieber handschriftlich als gesetzt sehen
wollte. Das unterstreicht sehr schön, dass dies nicht nur ein
Buch über Gulbransson sondern auch von ihm ist.
Die enthaltenen Geschichten decken so ziemlich das ganze Spektrum
des barkschen Enten-Universums (inklusive eines sich im Laufe
der Jahre verändernden Zeichenstils) ab. Neben pointierten zehnseitigen
Geschichten wie “Willkommen in Bürzelberg“ gibt es auch das sorgsam
recherchierte Abenteuer-Reise-Epos “Der Tiger von Bengalen“ sowie
gagreiche Shortstories wie “Der Künstler“. Als Band 6 der “Hall
of Fame“-Reihe erscheint nach Paul Murry eine zweite Zusammenstellung
mit Geschichten des etwas überstrapazierten Don Rosa. Das lässt
zumindest hoffen, dass auch noch weitere Comics von Jan Gulbransson
folgen. Munition hat der Mann jedenfalls noch genug!
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