Der Film:
Die Abenteuer, die eine englischen Lehrerin namens Anna Leonowens
zwischen 1862 bis 1867 am Hofe des Königs von Siam erlebte, sind auch
im heutigen Thailand noch verpönt. Hauptgrund dürfte weniger der Tagebuchroman
sein, den Anna über ihre Erlebnisse als Erzieherin der riesigen Kinderschah
des Potentaten schrieb, sondern eher das schier unverwüstliche Bühnenmusical
"The King and I" der Herren Rodgers und Hammerstein. Deren
wunderschönen Evergreens wie "I Whistle a happy Tune", "March
of the Siamese Children" oder "Shall We Dance" machten
Yul Brunner als glatzköpfigen und starrsinnigen König zunächst zu
einem Bühnenstar, dann durch die Verfilmung des Musicals zu einem
Filmstar und in den siebziger Jahren durfte Brunner die Rolle seines
Lebens auch noch in einer TV-Serie spielen.
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Danach
wurde die Rolle des Potentaten auch von Christopher Lee, Ben Kingsley
und Lou Diamond Phillips gespielt und gesungen. Außerdem brachten
die Warner Brothers brachten sehr viel weniger erfolgreich einen
Zeichentrickfilm mit den unsterblichen Melodien heraus.
Die
neue Filmversion sollte nun einiges wieder geraderücken. Daher agiert
Chow-Yun Fat, der Star des Hongkong-Kinos in diesem Film auch nicht
als der Wilde vom Dienst, der von der weißen und weisen Diplomaten-Witwe
gezähmt werden muss, sondern der König liest der Lehrerin gelegentlich
auch ganz schön die Leviten. Es stellt sich die Frage ob erst als
bekannt wurde, dass doch keine Dreherlaubnis für Thailand zu erhalten
war, immer mehr Musical-Klischees (der kitschige Tanz auf dem Diplomatenball)
einflossen und die (zwar auch hier nicht vollzogene) Liebesgeschichte
noch etwas weiter getrieben wurde als dies am Broadway der Fall
war oder ob erst dadurch nicht in Thailand gedreht werden durfte.
Alles in allem erzählt auch dieser (am Ende auch noch mit etwas
Action garnierte) Film ganz gewiss nicht die wahre Geschichte dieser
Anna Leonowens, aber genau wie auch im Musical bekommen wir eine
weitere hübsche Variante der Realität.
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