Der
Film:
“Das Dschungelbuch“ ist einer der erfolgreichsten Filme, der je in deutschen Kinos startete. Das hat seinen guten Grund, denn Walt Disney widmete sich hier kurz vor seinem Tode noch einmal höchstpersönlich einem Zeichentrickfilm. Zuvor hatte er sich hauptsächlich auf die Themeparks und TV-Sendungen konzentriert. Filme wie “101 Dalmatiner“ entstanden fast ganz ohne Disneys Beteiligung. Nachdem der Zeichentrickfilm “Merlin und Mim“ zu einem mäßigen Erfolg wurde, gab Disney dem nächsten Projekt die entscheidenden Impulse.
Dabei
warf er das Konzept vom Storyboarder Bill Peet, der zuvor “101 Dalmatiner“
sowie “Merlin und Mim“ im Alleingang geschrieben hatte, nahezu komplett
über den Haufen. Disney vereinfachte die Story vom Dschungel-Findelkind
Mogli um Raum für Gags und lustige Tierauftritte zu schaffen.
Auch die bereits komponierten Songs wurden (bis auf den Klassiker
“Probier's mal mit Gemütlichkeit") durch Kompositionen
der Sherman-Brothers ersetzt.
Die
wichtigste durch Disney initiierte Neuerung ist heute Standart im
Trickfilm-Buisiness. Als Sprecher (und Sänger) wurden Prominente
wie Phil Harris (Balu), Louis Prima (King Louie) und George Sanders
(Shir Khan) verpflichtet, die bei den Tonaufnahmen improvisierten
und durch ihre Darbietungen die Animatoren inspirierten. So wurde
aus Rudyard Kiplings nicht ganz leicht zugänglichen “Dschungelbüchern“
ein beschwingter Trickfilmklassiker voller unvergesslicher Charaktere.
Nachdem 2000 bereits eine DVD-Edition von “Das Dschungelbuch“ erschien, folgt jetzt eine deutlich verbesserte Neuauflage. Puristen bemängeln, dass der Film diesmal nicht im 4:3-Vollbildformat sondern mit anamorphen 16:9-Bild erscheint (die “tatsächliche“ Bildgröße dürfte irgendwo dazwischen liegen, wurde für Wiederaufführungen jedoch immer dem jeweiligen Medium angepasst). Doch wichtiger ist das umfassende Bonusmaterial der “Platinum Edition“, das einen umfassenden Einblick in die spannende Entstehungsgeschichte eines Filmklassikers ermöglicht.
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