Wir erinnern uns: 1990 betrat in John McTiernans
"Jagd auf Roter Oktober" erstmals ein gewisser Jack Ryan die
Leinwand. Diese Romanfigur aus der Feder von Tom Clancy hat beim CIA
eigentlich nur einen Schreibtischjob, landet aber trotzdem immer wieder an den
heißesten Krisenherden dieser Welt. In "Jagd auf Roter Oktober"
spielte jedoch Sean Connery die erste Geige als abtrünniger russischer
U-Boot-Kommandant und Alec Baldwin verblasste dagegen ziemlich in der Rolle
des Ryans. Daher war auch niemand allzu unglücklich als Baldwin 1991 lieber
mit seiner Gattin Kim Basinger "Die blonde Versuchung" drehte als
ein weiteres Mal als Jack Ryan aufzutreten. Ein mehr als passabler Ersatz
wurde mit Harrison Ford gefunden. Unter der Regie von Phillip Noyce drehte er
die beiden sehr spannenden Thriller "Die Stunde der Patrioten" und
"Das Kartell", die dem eher dem rechten Spektrum angehörenden Tom
Clancy insgesamt ein wenig zu liberal ausfielen.
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Jetzt versucht sich mit Ben Affleck
("Pearl Harbor") ein dritter
Darsteller als Jack Ryan. Wobei es sich diesmal um eine Art Prequel
handelt, denn im Gegensatz zu den drei anderen Filmen ist Ryan in
"Der Anschlag" noch nicht verheiratet. Trotzdem spielt
der Film in der Gegenwart (die Romanvorlage stammt von 1991). Diesmal
geht es um eine israelische Atomrakete die in die Hände einiger
Rechtsextremisten gerät, die von Wien (!) aus operieren und einen
Krieg zwischen den USA und Rußland anzetteln wollen.
Abgesehen von dieser eher an einen Bond-Film erinnernden etwas naiven
Ausgangssituation kann der neue Ryan-Film in Sachen spektakulärer
und realitätsnaher Action durchaus bei seinen Vorgängern mithalten.
Sehr gut nachvollziehbar wird die kaum noch mögliche Verständigung
zwischen den Supermächten geschildert, nachdem eine Atombombe ein
voll besetztes Football-Stadium in Baltimore in die Luft jagte.
Der US-Präsident konnte dem Anschlag gerade noch entkommen und er
hält seinen frisch angetretenen russischen Kollegen für einen Kriegstreiber.
Hier werden Erinnerungen an Stanley Kubricks "Dr. Seltsam"
geweckt. Für "Der Anschlag" spricht auch die kleine aber
feine Tatsache, dass der russische Premier sehr viel besonnener
(und amtsmüder) als der US-Präsident geschildert wird, da dürfte
Tom Clancy mal wieder nicht voll zufrieden sein.
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