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Der Film zum
verheulten Oscar
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| Filmtitel: |
Monster´s
Ball |
| Originaltitel: |
Monster´s
Ball |
| Land, Jahr: |
USA
2001 |
| Regie: |
Marc
Forster |
| Buch: |
Milo
Addica, Will Rokos |
| Produzent: |
Lee
Daniels |
| Musik: |
Asche
& Spencer (hier geht´s zur
zugehörigen MUSIK-Besprechung) |
| Darsteller: |
Billy
Bob Thornton, Halle Berry, Heath Ledger, Peter Boyle |
| Länge: |
112 min |
| Website: |
www.tobisstudiocanal.de |
Hank Grotowski (Billy Bob Thornton) arbeitet als
Wärter im Staatsgefängnis von Georgia, ganz genau wie sein mittlerweile
pensionierter rassistischer Vater Buck (Peter Boyle) und sein sensibler Sohn
Sonny (Heath Ledger). Als Sonny dem Job, der auch das Durchführen von
Hinrichtungen umfasst, nicht mehr gewachsen ist und durchknallt, quittiert
Hank den Dienst und versucht ein neues Leben zu beginnen. Hierzu gehört auch
die langsam aufkeimende Freundschaft und Liebe zur farbigen Kellnerin Leticia
(Halle Berry). Doch diese Beziehung ist nicht nur von Vorurteilen gefährdet,
sondern auch dadurch, dass Hank zuvor die Hinrichtung an Leticias Mann
vollzogen hat.
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Ohne Halle Berrys stark verweinte Oscar-Übernahme hätte "Monster´s
Ball" unsere Kinos wahrscheinlich gar nicht erreicht. Das wäre sehr
schade gewesen, denn der Film greift das Problem des Rassismus auf ohne dabei
allzu plakativ zu werden. Dies liegt in erster Linie an Billy Bob Thornton.
Sein Hank hält zu Beginn des Filmes zwar nicht allzu viel von Farbigen, doch
im Gegensatz zu seinem ausgebrannten Vater ist Hank jedoch eher ein
beherrschter seinen Hass einigermaßen kontrollierender Rassist. Dadurch ist
es glaubhaft, wenn Hank im Laufe des Filmes zu einem Menschen wird, der
Freundschaften zu farbigen Mitbürgern nicht mehr ausschließt.
Halle Berry ist ebenfalls sehr gut als langsam am Leben verzweifelnde
Mutter. Sie sollte die Rolle zunächst nicht bekommen, weil sie eigentlich
zu attraktiv für diesen Part ist. Diese Bedenken sind in diesem Fall
nachvollziehbar. Bei aller Differenziertheit kann dem Film durchaus
unterstellt werden, er wolle zeigen, dass die richtige schwarze Frau
jedem Mann von seinen rassistischen Flausen heilen könnte. Doch zum
Glück hat "Monster´s Ball" deutlich mehr zu bieten als diese
Binsenweisheit. Dazu gehört auch die scheinbar nur beiläufig gezeigte
Hinrichtung am Anfang des Filmes. Die kurzen Großaufnahmen von den
uralten primitiven Bauteilen des Elektrischen Stuhls sagen als Kommentar
zur Todesstrafe mehr aus als ganze Filme zu diesem Thema wie "Dead
Man Walking".
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