Auf dem Fantasy Filmfestes 1998 lief
das erfolgreichste Werk, das je in japanischen Kinos aufgeführt wurde.
Die Splatterfreunde des Filmfestes waren sicherlich etwas enttäuscht,
denn die drei, vier rollenden Köpfe machen wohl nur Disneys "Buena
Vista" Sorgen. Dort hatte man sich die Rechte gesichert, damit
"Prinzessin Mononoke" nicht etwa "Mulan",
der eigenen Fernost-Chose (übrigens auch kein übles Zeichentrickfilmchen),
in die Quere kommt.
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Wenn sich der willige Betrachter bei "Prinzessin Mononoke"
erst einmal an die gar nicht so dolle Animation (tut mir leid liebe
Anime-Kaspers, aber selbst "Akira" ist rein formal betrachtet
ziemlicher Dreck gegen Disneys "Pinocchio"!!)
gewöhnt hat, bekommt er ein wuchtiges Fantasy-Epos um die Ohren
gehauen. Vor unverbrauchter mittelalterlicher Japan-Kulisse entfaltet
sich ein gewaltiges Drama um eine hochtechnisierte metallverarbeitende
Stadt, die Raubbau an einem verwunschenen Wald betreibt.
Der Film aus dem Studio Ghibli ("Die
letzten Glühwürmchen", "Chihiros
Reise", "Das
wandelnde Schloss")
ist
jedoch weit davon entfernt nur ganz simpel den
Zeigefinger zu erheben und zu sagen: "Natur gut, Technik schlecht!"
Auch die Menschen in der Stadt werden vielfältig und sympathisch
gezeichnet. So ist die Arbeit für viele der dort lebenden Frauen
ein Weg aus der Prostitution. Die nicht plump vermenschlichten Waldbewohner
haben dann auch noch durchaus ihre Konflikte untereinander. Dadurch
entsteht eine Handlung, die immer wieder überraschen kann und sich
niemals darauf beschränkt lediglich altbekannte Fantasy-Klischees
zu bedienen. Ganz im Gegenteil, denn auch in den märchenhaften Szenen
entfaltet der Film eine Phantasie, die ihresgleichen sucht.
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