| |
 |
|
 |
|
|
 |
|
 |
 |
Und sie läuft
und läuft und läuft ...
|
|
| Filmtitel: |
Michael
Bay's Texas Chainsaw Massacre |
| Originaltitel: |
Texas
Chainsaw Massacre |
| Land, Jahr: |
USA
2003 |
| Regie: |
Marcus
Nispel |
| Buch: |
Scott
Kosar basierend auf dem Drehbuch von Kim Henkel und Tobe Hooper |
| Produzent: |
Michael
Bay, Mike Fleiss |
| Musik: |
Steve
Jablonsky |
| Darsteller: |
Jessica
Biel, Jonathan Tucker, Erica Leerhsen, Mike Vogel, Eric Balfour, R.Lee Ermey |
| Länge: |
100 min |
| Website: |
www.texaschainsawmovie.com/
|
Hurra, die Erde hat sie wieder: die alles
zerstückelnde Kettensäge. Die nicht enden wollende Welle von Neuauflagen,
Fortsetzungen und Remakes erreicht einen neuen schwindelnden Höhepunkt, mit
der Wiederbelebung von Tobe Hoopers Slasher-Klassiker "Blutgericht in
Texas" ("The Texas Chainsaw Massacre", USA 1974). "Platin
Dunes", die neue Produktionsfirma des Erfolgsregisseurs Michael Bay
("Pearl Harbor", "Armageddon") verspricht einen
"erbarmungslosen Film, der das Blut in den Adern gefrieren lässt",
tönt der deutsche Verleiher Constantin. Ob man dieses Versprechen als
eingehalten erachtet oder in dem Film eine Mogelpackung sieht, das hängt
wirklich vom Betrachter ab.
| |
 |
|
| |
Womit ich sagen will, AN SICH hat der Film wirklich ALLES.
Er beginnt im Stil einer Reportage, mit mutmaßlich echtem Filmmaterial der
Ermittlungen in einem "nie aufgeklärten Fall". Dann reisen wir
zurück ins Jahr 1973. Fünf Teenager werden unvermittelt durch die Mitnahme
einer Anhalterin in einen Alptraum hineingezogen, anfänglich hilfsbereite,
wenn auch schrullige Hinterwäldler entpuppen sich als durchgeknallte
Psychopathen, Schreie ertönen aus dem nichts, der
Frankenstein-proportionierte Killer "Leatherface" tobt sich durch
das Bild, und nicht allein die Kettensäge fordert blutige Opfer. Leichenteile
hängen und liegen ekelerregend überall herum. Und abgerundet wird das Ganze
mit dem durchaus sehenswerten Gastauftritt von R. Lee Ermey, dem
Drillseargeant aus "Full Metal Jacket", hier als zwielichtigem
Sheriff.
Jennifer Biel, in der Serie "Eine himmlische Familie" auf Jahre dazu
verpflichtet, das Engelchen zu spielen, darf sich hier wunschgemäß von einer
ganz anderen Seite zeigen. Schreiend und schwitzend rennt und kämpft sie sich
in dem knallengsten nassen Top seit Lara Croft durch die blutige Handlung.
Aber ich fühle mich beim Ansehen des Films vom Pressematerial irgendwie an
der Nase herumgeführt. Denn nur ganz selten gelingt es dem Film, ohne
Blutvergießen Spannung aufzubauen. Fast jeder Schockeffekt ist vorhersehbar
und abgedroschen. Die einzigen nicht vorhersehbaren Wendungen sind dem Bereich
"Verstümmelung" zuzuordnen, bei denen der Computer bezüglich der
Abtrennung von Gliedmaßen viele neue Schauereffekte glaubwürdig macht.
Der Film hat bei seiner Fülle an Ideen und Bildern nur ein wirkliches
Problem: Er kann sich nicht entscheiden, was er sein will. Mal komplett
überhöht, mal realistisch, mal einfach nur splatternd wird hier mit Gewalt
umgegangen. Am besten sind jene abstrusen Momenten, in denen der Zuschauer
wirklich mit den Protagonisten mitleidet, da um sie herum der reine Wahnsinn
ausgebrochen zu sein scheint. Doch es gelingt der Regie nicht, die vielen
Ideen durchgängig in einen Rahmen einzupassen. Der Film wirkt facettenartig,
von genial bis abgedroschen. Dass der deutsche Regisseur Marcus Nispel aus der
Musikbranche stammt und bislang nur Videoclips gedreht hat, könnte erklären,
warum sein Spielfilmdebüt letzten Endes so unausgegoren wirkt.
Rohes Potential ist genügend vorhanden, allemal. Doch wie so oft liegt die
Kunst in der Selektion, der richtigen Auswahl. Und bei der wünsche ich für
die Zukunft vor allem Eines: Inspiration. Eine letzte Randbemerkung für die
ganz Peniblen: "Wo bitte ist das versprochene Kettensägen-Massaker? Die
einzige Kettensäge des Films überlebt das Gemetzel enttäuschenderweise
völlig unbeschadet..."
Samar Ertsey
"Ed
Gein - A Quiet Man" ein Buch über die wahren Hintergründe der Filmstory
bei AMAZON bestellen, hier anklicken
|
zurück top
|
 |
|
 |
|
|