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Mitte der sechziger Jahren war Gerry Andersons englische
TV-Serie “Thunderbirds“ ein voller Erfolg
und zog sogar zwei Kinofilme
nach sich. Hierin betrieb Vater Tracy
gemeinsam mit seinen Söhnen eine internationale Rettungsorganisation,
die reichbestückt mit phantastischsten Fluggeräten die gefährlichsten
Situationen meisterte. Die Spezialeffekte mit den abenteuerlichen
Starts und Landungen der Thunderbird-Raketen können auch heute
überzeuge. Anstelle von Schauspielen setzte Anderson jedoch Marionetten.
Er nannte seine Puppenspieltechnik zwar “Supermarionation“ doch
mehr als die “Augsburger Puppenkiste“ hatte er bezüglich unreiner
Gangarten und unveränderlicher Gesichtsausdrücke auch nicht zu
bieten. Erst bei Andersons Nachfolgeserien “UFO“,
“Mondbasis Alpha Eins“ und “Space
Cops“ kamen neben den weiterhin sehr rasanten Raketen auch echte
Schauspieler zum Zuge.
Doch jetzt ist auch die Familie Tracy aus
Fleisch und Blut. Die englische Produktionsfirma “Working Title“
(“Notting Hill“, “Bridget Jones“) holte sich Jonathan
Frakes alias William Riker aus “Star Trek - The Next Generation”.
Dieser hatte bereits zwei “Star Trek“-Kinofilmen inszeniert aber
noch nichts von den “Thunderbirds“ gehört. Die TV-Serie hat vor
allem in England, Japan und Australien eine treue Gefolgschaft,
aber nicht in den USA. Der Kinofilm versucht jetzt sowohl die
Fans der Serie als auch Neueinsteiger zufrieden zu stellen.
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Der Vorspann ist
dann schon einmal ein sehr vielversprechender Einstieg. Zu flotten
Computeranimationen, die einen leichten “Pink Panther“-Look haben, erklingt Hans
Zimmers powervolle Neuinterpretation von Barry Grays “Thunderbirds“-Titelmelodie.
Die dann folgende Geschichte schielt etwas sehr stark auf ein
ganz junges Publikum und stellt den 13-jährigen Alan Tracy in
den Mittelpunkt, der lieber Leben retten als zur Schule gehen
möchte. Als es dem Erzrivalen “The Hood“ (Ben Kingsley) gelingt
Tracy Island zu erobern, schlägt Alans große Stunde...
Insgesamt entsteht nicht unbedingt der Eindruck,
der Film habe die richtige Mischung aus traditionellen und neuen
Elementen gefunden. Ein permanent stotternder Wissenschaftler
und ein glatzköpfiger asiatischer Superschurke sind, selbst wenn
hier ein Ben Kingsley agiert, in ihrer Klischeehaftigkeit kaum
noch auszuhalten. Die Konzentration der Geschichte auf sehr jugendliche
Helden hingegen ist angesichts der Erfolge von “Spy
Kids“ und “Agent Cody Banks“ zwar verständlich, aber nicht
unbedingt im Sinne der Vorlage. Ein großes Plus sind neben die
guten Spezialeffekten dann aber wieder Sophia Myles und Ron Cook,
die als pinkliebende Superagentin Lady Penelope und ihr Butler
Parker so frisch aufspielen als wären ihnen gerade eben die Marionettenschnüren
gekappt worden.
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