Wie sich
die Zeiten ändern. Mitte 1987 wurde (drei Jahre nach dem Erscheinen)
“Debil“ das erste Album von “Die
Ärzte“ von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende
Schriften (BPJS) auf den Index gesetzt. Dies bedeutete, dass die “sozialethisch
desorientierenden“ Songs künftig nicht mehr im Radio zu
hören waren und die Platte nur noch unter dem Ladentisch an Personen
über 18 Jahre verkauft werden durfte.
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Am
29. Oktober 2004 wurde “Debil“ vom Index genommen, da
die BPJS bei heutigen Jugendlichen genügend “Medienerfahrung“
voraussetzte um Songs wie den Sodomie-Klassiker “Claudia hat
`nen Schäferhund“ oder das grauselige “Schlaflied“
ohne Schwierigkeiten “als Fiktion“ einzuschätzen.
Dieses Ereignis wird gebührend mit einer Neuedition von “Debil“
gefeiert.
Unter dem Titel “Devil“ liegt das Album jetzt als Special
Edition vor, ergänzt um zwei Videos und um Bonustracks wie
“Grace Kelly“ oder “Füße vom Tisch“.
Beigelegt ist noch eine recht vergnügliche “sozialethische
Orientierung“ des Debileptiker Ingo Neumayer. Doch am wichtigsten
ist das endlich wieder frei zugängliche Hauptwerk, das “Die
Ärzte“ seinerzeit als “Soda Pop“ bezeichneten.
Songs wie das Lied vom Bademeister “Paul“, die Racheballade
“Zu spät“ oder der Miniwestern “El Cattivo“,
in dem das Böse immer siegt, sind immer noch höchst prickelnd.
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