Rechtzeitig
zur heißen Phase des bayrischen Landtagswahlkampfes haben die Gebrüder
Well alias "Biermösl Blosn" ("Räuber
& Gendarm") ihren Beitrag dazu abgeliefert. Und was für
einen! Mit musikalischer Virtuosität in gewohnter Brillanz stänkern
sie gegen die christkatholische Staatspartei, dass es eine wahre Freude
ist. In "ANNO DOMINI" sezieren sie in Form eines Chorals
den Filz des Deutschen Ordens, der unter Obhut der bayrischen Regierung
rund 200 Millionen verzocken durfte. Im "MARSCH AUF BERLIN"
geht es um die Lega Süd zwischen Stoiber, Haider und Berlusconi, doch
immer ist es Volksmusik in ihrer eigentlichen, ja schönsten Form.
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Bei "AM GRAB" werden die Grenzen zum politischen Kabarett dann
fließend. Drei Sargträger unterhalten sich über die Beerdigung eines
Oberstaatsanwaltes der bei seinen Ermittlungen (unter anderem gegen Max
Strauss) plötzlich eines mysteriösen Todes starb. Diese wahre Geschichte
lässt es einem kalt den Buckel herunterlaufen. Es ist ja auch kein Witz,
sondern bayrische Justiz.
Der Brüller der CD ist allerdings nicht ein Stück über die Willkür der
CSU, sondern der authentische Briefwechsel zwischen der Blosn und der
Warsteiner Brewery. Die hatte sich schriftlich über eine Textzeile mokiert,
in der es da heißt, von Warsteiner Bier bekäme man Kopfweh. Die Wellbrüder
wären nicht die Wellbrüder, würden sie diese wunderbare Vorlage nicht aufs
genüsslichste nutzen.
So richtig rund wird die Scheibe letztendlich durch Stücke wie "OFF
ROAD" (Kreisverkehrrundendrehzahlmesser und Stolperschwellenhöhenmesser
aktiviert) und wenn bei "WO IS ER DENN" Mosis Daisy ihr Herrchen mit
Hundebandwurm infiziert. So ist es der Biermösl Blosn mit UNTERBAYERN
gelungen, eine ihrer besten CD`s der letzten Jahre aufzunehmen. Und wie sich
das gehört:
Die Moral von der Geschicht: Im BR läuft diese Scheibe nicht!
Christoph Schöne
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