Nobodys
werden per TV-Show zu Superstars aufgebaut und stürmen kurz die Hitparaden
mit Songs, die auf den Geschmack des jungen Zielpublikums abgestimmt
sind. In so einer Welt wirkt die isländische Ausnahmekünstlerin Björk
wie ein Rettungsanker für hitparadengeschädigte Musikfans. Lange mussten
wir auf das neue Album warten. Nach "Debut", "Post",
"Homogenic" und "Selma Songs",
dem Soundtrack zum Film "Dancer
in The Dark", folgt jetzt das fünfte Solo-Album der Ex-Sugarcubes-Sängerin.
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Ein
privates Album wollte sie schaffen, dass der Hörer am besten ganz
alleine genießt um sich ganz der Phantasie hinzugeben. So entstanden
12 wunderbare, warme Songs, die zum Träumen und Nachdenken anregen.
Der geneigten Hörer wird dadurch in eine andere Welt jenseits des
Alltagsstress versetzt. Björks einmalige, intensive Art zu singen
verzaubert schon beim Opener "Hidden Place", der gleichzeitig
die erste Singleauskopplung darstellt. Der sechste Track "Frosti"
besteht einzig aus den Klängen einer Musikbox. Der Text zu "Sun
In My Mouth" hingegen setzt sich aus einer Serie von Liedtexten
des amerikanischen Poeten e.e. cummings zusammen. Die sparsame Instrumentierung
der Songs drängt sich dabei niemals in den Vordergrund, sondern
bildet einen warmen Klangteppich für Björks hypnotische Stimme.
"Vespertine" ist
das reife und erwachsene Werk einer faszinierenden Künstlerin, die
sich im Laufe der Jahre selbst treu geblieben ist und es nicht nötig
hat sich aktuellen Musiktrends anzupassen. Eine Künstlerin, die
diese Bezeichnung wahrhaft verdient. Und das ist heutzutage sehr
selten!
Frank Nette
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