Versteckte Schätze aus Kalifornien


 
Interpret/Komponist: J.J. Cale & Eric Clapton
Titel: The road to Escondido
Tracks: 14
Label: Reprise (Warner)


Das Jahr neigt sich dem Ende und rückblickend stellt man sich die Frage, welche Platte zur spektakulärsten des zurückliegenden Jahres gekürt werden könnte. Meine Begeisterung erlebte Höhen und Tiefen – aber was kann das toppen. Castingbands und Teenie Tunten aufgepasst: Nein, nicht Tom und Jerry von Tokyo Hotel wappern zum Jahresende und sicherlich auch in den Folgetagen auf meinem CD-Player sondern zwei nicht mehr ganz so junge Guitarreros.
 
    
 

J. J. Cale ist ein kauziger Kalifornier, der immerhin zwei Hits fabriziert hat. Glück für Herrn Cale das ein mittelmäßig begabter Nachwuchsgitarrist namens Eric Clapton diese coverte. Somit konnte sich Cale dann mit den Tantiemen von “Cocaine“ und “After Midnight“ frühzeitig zur Ruhe setzen und Clapton wurde nicht nur begabter sondern auch einer der Weltstars schlechthin an der Klampfe. Clapton aber erwies sich trotz dem Ruhm jeher als Fanboy für Cale, widmete ihm bzw. seinem Musikstil den Song “Lay down sally“. Und wünschte sich nichts sehnlicher als im nächsten Leben J. J. Cale zu werden.

Na ja, fernab von sämtlicher Esoterik hat sich Herr Clapton dann doch durchgerun-gen mit seinem Vorbild eine Platte aufzunehmen. J. J. Cale und Eric Clapton – wenn erst nach 30 Jahren zwei mittlerweile so geniale Musiker direkt aufeinandertreffen, besteht die Gefahr das die Erwartungshaltung zum Kundennepp wird. Nicht so auf der Strasse nach Escondido. Escondido ist ein nettes Örtchen in Kalifornien, der Name Escondido steht für den spanischen Begriff für versteckte Schätze. Genau das bietet auch diese Platte – für “The road to Escondido“ schrieb Cale 11 Songs, Clapton einen. Dabei wechselten beide im Ringelrein die Klampfe und das Mikro und schufen einen lässigen Sound zwischen Country und Soul, der nie die Ruhe verliert.

Die Latte ist bereits mit dem ersten Stück “Danger“ hochgelegt, hält aber erstaunlicherweise auch bis zum letzten Song “Ride the river“ auf diesem Niveau kontinuierlich durch. Schön also wenn sich hiermit nicht nur der Fanboy Clapton seinen Traum erfüllen kann, sondern auch die Fans belohnt werden. Neben den zwei Altmeistern wirken auch an den anderen Instrumenten Großmeister mit. Cale und Clapton scha-ren dabei namhafte Großmeister wie an der Orgel den Beatles Kompagnon Billy Preston, Taj Mahal an der Harmonica, John Mayer an der Guitarre und viele mehr um sich.

Somit neigt sich das Jahr dem Ende und die alten Herren, haben uns mal wieder gezeigt das sie nicht wie Jethro Tull “too old to rock´n´roll, too young to die“ sind, son-dern immer noch die Maßstäbe setzen. Wie soll 2007 das toppen?!?

Michael Kompa

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