Das Jahr
neigt sich dem Ende und rückblickend stellt man sich die Frage, welche
Platte zur spektakulärsten des zurückliegenden Jahres gekürt werden
könnte. Meine Begeisterung erlebte Höhen und Tiefen – aber was kann
das toppen. Castingbands und Teenie Tunten aufgepasst: Nein, nicht
Tom und Jerry von Tokyo Hotel wappern zum Jahresende und sicherlich
auch in den Folgetagen auf meinem CD-Player sondern zwei nicht mehr
ganz so junge Guitarreros.
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J.
J. Cale ist ein kauziger Kalifornier, der immerhin zwei Hits fabriziert
hat. Glück für Herrn Cale das ein mittelmäßig
begabter Nachwuchsgitarrist namens Eric Clapton diese coverte. Somit
konnte sich Cale dann mit den Tantiemen von “Cocaine“
und “After Midnight“ frühzeitig zur Ruhe setzen
und Clapton wurde nicht nur begabter sondern auch einer der Weltstars
schlechthin an der Klampfe. Clapton aber erwies sich trotz dem Ruhm
jeher als Fanboy für Cale, widmete ihm bzw. seinem Musikstil
den Song “Lay down sally“. Und wünschte sich nichts
sehnlicher als im nächsten Leben J. J. Cale zu werden.
Na ja, fernab von sämtlicher Esoterik hat sich Herr Clapton dann
doch durchgerun-gen mit seinem Vorbild eine Platte aufzunehmen.
J. J. Cale und Eric Clapton – wenn erst nach 30 Jahren zwei mittlerweile
so geniale Musiker direkt aufeinandertreffen, besteht die Gefahr
das die Erwartungshaltung zum Kundennepp wird. Nicht so auf der
Strasse nach Escondido. Escondido ist ein nettes Örtchen in Kalifornien,
der Name Escondido steht für den spanischen Begriff für versteckte
Schätze. Genau das bietet auch diese Platte – für “The road to Escondido“
schrieb Cale 11 Songs, Clapton einen. Dabei wechselten beide im
Ringelrein die Klampfe und das Mikro und schufen einen lässigen
Sound zwischen Country und Soul, der nie die Ruhe verliert.
Die
Latte ist bereits mit dem ersten Stück “Danger“ hochgelegt, hält
aber erstaunlicherweise auch bis zum letzten Song “Ride the river“
auf diesem Niveau kontinuierlich durch. Schön also wenn sich hiermit
nicht nur der Fanboy Clapton seinen Traum erfüllen kann, sondern
auch die Fans belohnt werden. Neben den zwei Altmeistern wirken
auch an den anderen Instrumenten Großmeister mit. Cale und Clapton
scha-ren dabei namhafte Großmeister wie an der Orgel den Beatles
Kompagnon Billy Preston, Taj Mahal an der Harmonica, John Mayer
an der Guitarre und viele mehr um sich.
Somit
neigt sich das Jahr dem Ende und die alten Herren, haben uns mal
wieder gezeigt das sie nicht wie Jethro Tull “too old to rock´n´roll,
too young to die“ sind, son-dern immer noch die Maßstäbe
setzen. Wie soll 2007 das toppen?!?
Michael
Kompa
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