Schon der Auftakt ist furios. Karel Gott wird nicht müde davon zu singen und zu jauchzen, dass er eine rote Tür “ab heute“ schwarz streichen will, im Hintergrund scheinen Zigeuner zu geigen und die Melodie kommt unpassend vertraut vor. Plötzlich wird klar, dass hier eine – nun ja – Coverversion von “Paint it Black“ zu hören ist. Während heute Eindeutschungen internationaler Erfolgshits eher als Scherzartikel produziert werden, war es in den Sechziger und Siebziger Jahren durchaus üblich zu probieren mit deutsch eingesungenen Varianten in den heimischen Charts zu landen.
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Die
rührige “Bear Family“ hat bereits drei CDs zusammengetragen
auf denen deutsche Interpreten sich unter dem Motto “Das war
ein harter Tag“ an den “Beatles“ versuchten, die
ja auch selbst einige Titel in deutscher Sprache einspielten. (In
diesem Zusammenhang sei auch der deutsche Wild-West-Sampler “Mit
dem Wind muss ich weiterzieh´n“ empfohlen). Bei
den Stones dürfte es schwieriger werden noch eine zweite Zusammenstellung
zu präsentieren. Schon diese CD enthält bereits drei Varianten
zu “Satisfaction“ (von den Dorados, von Frank K. und
(recht nah am Original) vom Theo Schuhmann Kombo). Im Booklet begründet
Bernd Matheja die Tatsache, dass es vergleichsweise wenig Stones-Eindeutschungen
gibt damit, dass die eher rüden Texte der Band in wortgetreuen
Übersetzungen wie “Hast du was von deiner Muter gesehn“,
“Runter von meiner Wolke“ oder “19. Nervenzusammenbruch“
reichlich seltsam klingen. Neben einigen Highlights (wie das recht
konsequent durchgezogene “Herz aus Stein“ von Frankie Farian & Die
Schatten) belegen viele Songs auf dieser CD, dass deutsche Weichspülvarianten
der Songs reichlich beliebig und überflüssig erscheinen.
Wie immer bei der “Bear Family“ überzeugt neben
dem Konzept auch die Aufmachung der CD. Das Booklet liefert reich
bebilderte Hintergrundinfos und das Cover stammt von Reinhard Kleist,
der gerade eine sehr gelungene Johnny
Cash-Comicbiografie produziert hat.
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