Dass
deutsche Schlager auch etwas Bedrohliches an sich haben ist sicherlich
keine neue Erkenntnis. Dass sie jedoch ähnlich horrormäßig rüberkommen
können wie der sprichwörtliche Clown bei Vollmond belegt erst die
mittlerweile zweiteilige Reihe “Rabenschwarz“.
Wenn Schmalznummern wie “Komm
unter meine Decke“ oder “17 Jahr blondes Haar“
eingezwängt werden in düstere Rockklängen irgendwo
zwischen “Rammstein“, Gothic und John Carpenters Soundtrack
zu “Halloween“
dann geht es eindeutig eher um Schmerz als um Herz. Dass die hierzu
absolut passend bedrohliche Stimme ausgerechnet aus der Kehle von
Frank Zander stammt, verwundert nur scheinbar.
Gerade am Anfang seiner dann leider
ins beliebig Klamaukige abgekippten Karriere verbreitete Zander
nicht nur gute Laune. Schon der “Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“
hatte mehr echten Grusel zu bieten als alle Horror-Songs von “Die
Ärzte“ zusammen und auch bei Zanders “Nick
Nack Man“ stehen sich Spaß und Schrecken nicht im Wege.
Beide Klassiker hat Frank Zander für die “Rabenschwarz“-CDs
neu eingespielt. Das (und die nur bedingt spaßigen Kurzsketche
im Stile seiner alten Platten) wäre nicht unbedingt nötig
gewesen.
Sehr viel besser kommt es wenn Zander
über nervtötende Nummern wie “So bist Du“, “Du kannst nicht immer
17 sein“, “Verdammt ich lieb Dich“ oder gemeinsam mit Nina Hagen
über “Liebeskummer lohnt sich nicht“ herfällt. Hier gelingt ihm
eine mögliche Erklärung dafür, warum uns schon immer vor dieser
wahrhaft morbiden Art von Musik gegraut hat.
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