Drei Jahre
nach seinem letzten Album "Mule Variations" und eine Ewigkeit
nach seinen einflussreichsten ("Swordfishtrombones", 1983)
und besten ("Franks Wild Years", 1987) Werken wirft Tom
Waits gleich zwei neue Alben auf den Markt. Während er bei "Alice"
auf eine lange zurückliegende Musical-Aufführung am Hamburger
Thalia Theater zurückgreift, setzt er auf "Blood Money"
einfach sein einmal begonnenes Werk fort.
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Wer
seiner unvergleichlich rauen Reibeisen-Stimme lauscht, will nicht
so recht glauben, was kürzlich in einem "Spiegel"-Interview
zu lesen war. Waits rührt seit Ewigkeiten keinen Alkohol und kein
Nikotin an. Auch nicht so recht glaubwürdig ist die Aussage, dass
er sich die Musik vom Brecht-Komponisten Kurt Weill erst angehört
hat, nachdem er andauernd mit diesem verglichen wurde.
Wie dem auch sei, wer bisher
nach dem Auflegen einer Tom Waits-Platte immer sofort das Gefühl
hat, mitten in einer angenehmen verqualmten Spelunke zu sitzen,
wird auch bei "Blood Money" wieder bestens bedient. Da
fällt kaum ins Gewicht, dass es sich dabei möglicherweise um den
Gesang eines nichtrauchenden Antialkoholikers handelt, denn Waits
hat immer wieder (und möglicherweise auch im "Spiegel"-Interview)
bewiesen, dass er ein sehr guter Schauspieler ist.
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